Ein Dorf ohne Geschichten

So lautet der Titel der französischen Ausgabe von „Johannistag“ (wie schon „Melnitz“ bei ‚Editions Grasset). Das Titelblatt zeigt eine Dorfstraße irgendwo in Frankreich, die in geradezu unheimlicher Weise der Dorfstrasse gleicht, an der mein eigenes Haus liegt. Und das obwohl der Grafiker ganz bestimmt noch nie ein Bild von Vereux gesehen hat. Vielleicht liegt diese Übereinstimmung daran, dass das fiktive Courtillon eben überall in Frankreich liegen könnte. Es ist mir schon zweimal passiert, dass mich französische Freunde ganz überrascht gefragt haben: „Woher kennst Du eigentlich mein Dorf so genau?“


Das Geheimnis von Courtillon

Und so – mit ganz anderem Titel, aber ähnlichem Cover – wird die holländische Ausgabe von „Johannistag“ aussehen. Es steht zu hoffen, dass die Verkaufszahlen nicht allzu weit hinter denen von „Melnitz“ zurückbleiben, das unterdessen in Holland schon bei 250.000 verkauften Exemplaren steht. Oder, weil das so viel schöner klingt: Eine Viertelmillion.

Einmal Erde und zurück (via China und Korea)

Jeder, der das Buch gelesen hat, weiß: Das alte Kind macht alles möglich. Jetzt sogar gleich zwei Übersetzungen seiner Abenteuer in fernöstliche Sprachen. Die Geschichte vom ausserirdischen Besuch auf unserem Planeten ist gerade auf Chinesisch und Koreanisch erschienen. Ich habe zwar keine Ahnung, wie man die vielen Wortspiele des Buches in so völlig andere Idiome übersetzen kann, aber ich bin sicher: Das alte Kind wird sich auch im Fernen Osten wohl fühlen. Mit Stäbchen zu essen hat es bestimmt schon aus seinem Reiseführer gelernt. Viel schwieriger als korrekt in einem Fondue zu rühren kann es auch nicht sein.


Eidenbenz

Ein Essay im „Tagesanzeiger“, in dem ich die Annahme der unseligen Minarettinitiative kommentierte, hat mir mehr Reaktionen eingetragen als jeder Roman. Für alle, die sich dafür interessieren, hier der Link zum Artikel und der Debatte, die er ausgelöst hat.

Frisch ab Presse

Gerade ist – natürlich wieder bei Nagel & Kimche – der Fortsetzungsroman „Doppelpass“ erschienen. Fortsetzungsroman nicht etwa, weil ich schon einen zweiten Band plane, sondern weil die Geschichte um einen afrikanischen Fußballer und seinen Jugendfreund ein Jahr lang in wöchentlichen Fortsetzungen in der „Weltwoche“ zu lesen war. Es geht um typisch schweizerische Politik und vor allem um die Frage: Welche Eigenschaften muss ein Fremder haben, damit er auch von Leuten mit einem xenophoben Weltbild akzeptiert wird?

Wenn Sie in die Story schon einmal reinschnuppern möchten
bitte sehr!


Ha-dod Melnitz

Nun gibt es „Melnitz“ auch auf Hebräisch, in der Übersetzung von Arno Baehr. Und mit einem wunderschönen Titelbild des israelischen Malers Yosl Bergner. (Der in Wien geboren wurde, in Warschau aufwuchs und auf dem Umweg über Australien nach Israel kam. Ein ganz gewöhnlicher Jude, also.) Wer immer beim Schocken-Verlag auf die Idee gekommen ist, diese Vorlage zu verwenden: er sei bedankt!
Übrigens: die Ausgabe kommt mit schlanken 600 Seiten aus. Es muss wohl daran liegen, dass man im Hebräischen keine Vokale schreibt. Das spart ungemein und ist wrklch prktsch, ncht whr?


Heimspiel in Stuttgart

Meine persönliche Theatersaison geht weiter. Nach „Tie Break“ am Casinotheater Winterthur kündigen die Schauspielbühnen in Stuttgart für die neue Spielzeit die Komödie „Heimspiel“ an. Drei Arbeitslose beschließen, sich als Greise zu maskieren und ihr privates Altersheim zu gründen, um damit Subventionen abzuzocken.
Die Premiere ist für den 5. Mai 2010 in der Komödie am Marquardt angesetzt.


Welcome back, Mr. Easterman

Lewis Easterman hat wieder mal ein Stück geschrieben. Was nur schon deshalb eine besondere Leistung ist, weil es Lewis Easterman gar nicht gibt. Er ist das gemeinsame Pseudonym, das immer dann in die Tasten haut, wenn mein Freund Siegi Ostermeier und ich mal wieder in Ingolstadt zusammengesessen sind, um eine neue literarische Missetat auszuhecken. (Kleines Rätsel zwischendurch: Wenn der eine Lewinsky heißt und der andere Ostermeier – wie kommen die dann auf Lewis Easterman?)
Diesmal geht es um ein Vehikel für 240 Jahre geballter Komödiantenkraft. Gleich drei junge Damen aus der Schweizer Boulevard-Szene feiern in diesem Jahr – unglaublich, aber wahr! – ihren 80. Geburtstag, und das brachte „Mr. Ricola“ Erich Vock auf die Idee, ihnen zu diesem Anlass statt Blumen ein maßgeschneidertes Stück zu schenken. Und weil Erich zusammen mit seinem Partner Hubert Spiess das angenehmste Produzententeam dieses Planeten bildet, konnte Mr. Easterman diesen Auftrag nicht ablehnen. Obwohl er gar nicht existiert.
Ab 21. September wird also im Zürcher Bernhard-Theater die Volksweisheit „Man wird nicht jünger“ widerlegt. Elisabeth Schnell, Trudi Roth und Monica Gubser werden den temperamentvollen Gegenbeweis antreten.

Gipfelkonferänz

Zur Monatslieder-Tournee mit Jacob Stickelberger ist jetzt bei „Gold Records“ auch eine CD erschienen. Und die Auftritte machen uns beiden nach wie vor großen Spaß. Den Zuschauern scheint es übrigens gleich zu gehen. Obwohl rein optisch nicht gerade viel geboten wird. Zwei ältere Herren, die den ganzen Abend auf denselben Barhockern sitzen, sind keine ausgesprochene Ausstattungsrevue. Auch wenn einer von ihnen eine Gitarre hat. Und der andere einen Notenständer. Aber es hat sich gezeigt, dass das Duell von Liedern und Gedichten die Leute gut unterhält. Vielleicht, weil in unserem Programm das Wort im Mittelpunkt steht, und nicht unsere persönliche Attraktivität. Von der zwei ältere Herren auf Barhockern nicht allzu viel zu bieten haben.

Wer die „Gipfelkonferänz“ gern engagieren möchte, tut das am besten über die Agentur Witka www.witka.ch. Dort koordiniert Jörg Schürch unsere Termine.



Letzte Aktualisierung: März 2009
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